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Mehr Aufträge sind noch keine Bauwende

Der Auftragseingang im Bauhauptgewerbe legt spürbar zu - während die Insolvenzquote im Bausektor gleichzeitig steigt. Zwei Statistiken, die sich nicht widersprechen, sondern ergänzen.

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Der Auftragseingang im Bauhauptgewerbe lag im Juni 2026 nominal 20,8 Prozent über dem Vorjahresmonat. Preis- und kalenderbereinigt betrug der Zuwachs 11,3 Prozent. Getrieben wurde der Wert vor allem vom Tiefbau mit 17,8 Prozent, während der Hochbau nur 4,3 Prozent zulegte. Mehrere Großaufträge verstärkten den Ausschlag.

Gleichzeitig kamen im ersten Halbjahr 53,4 Insolvenzen auf 10.000 Bauunternehmen. Der vermeintliche Widerspruch erklärt sich teilweise durch unterschiedliche Datenbasen: Die Auftragsstatistik erfasst größere Betriebe, die Insolvenzstatistik Unternehmen jeder Größe.

Auch ein voller Auftragsbestand bedeutet noch keine volle Kasse. Material, Personal und Nachunternehmer müssen vorfinanziert werden; zwischen Auftrag und Umsatz liegen oft Monate. Die Lage stabilisiert sich, aber nicht gleichmäßig. Für Unternehmen bleiben Liquidität, auskömmliche Preise und realistische Kapazitäten wichtiger als eine optimistische Monatsüberschrift.

Für Unternehmen bleiben Liquidität, auskömmliche Preise und realistische Kapazitäten wichtiger als eine optimistische Monatsüberschrift.

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